Kurzfristiges Weltcupaufgebot für Nove Mesto

Ich hätte kurzfristig in Nove Mesto für die Staffel einspringen sollen. Doch es kam alles anders...

Beim gemütlichen Brunch erhielt ich plötzlich ein Telefon vom Trainer mit der Nachricht, ich solle schnellstmöglichst nach Nove Mesto anreisen, um die Staffel am nächsten Tag zu laufen. Es blieb mir eine Stunde Zeit, um meine Tasche zu packen, die Skis bereitzustellen und einen Waffen- sowie Munitionskoffer zu organisieren, um dann rasch nach Zürich zu fahren. Nach einer Polizeikontrolle (zum Glück nur eine allgemeine, hätte aber gut eine Radarkontrolle sein können…) gings für mich zuerst zum Zentrallabor am Balgrist, um einen PCR-Abstrich zu erhalten. Weil die Auswertung etwas dauern würde, benötigte ich im UZEPS zusätzlich einen Schnelltest, den ich am Flughafen vorweisen könnte. Nachdem ich das Auto parkiert habe und mich ein Taxi zum Check-in brachte, konnte ich das erste Mal etwas verschnaufen. Der Check-in, die Waffenkontrolle beim Zoll und die Sicherheitskontrolle verliefen erstaunlich schnell und so war ich schon bald beim Gate. Am Fernseher konnte ich mit der Frauenstaffel mitfiebern und es war schon ein spezielles Gefühl zu wissen, dass ich bereits in weniger als 24h auf der selben Strecke laufen werde.

Das Klingeln meines Telefons riss mich jedoch schnell aus meinen Gedanken und die Nachricht liess mein Blut in den Adern gefrieren. Es war Sandro, der gerade beim Arzt war und positiv auf Corona getestet wurde. Er müsse alle Personen informieren, die in den letzen 48h vor seinen ersten Symptomen mit ihm in Kontakt waren. Ich begann zu rechnen und musste feststellen, dass wir vor etwa 36h noch zusammen im Kraftraum trainiert hatten. Dies passierte notabene eine halbe Stunde vor Abflug und das Boarding hatte bereits begonnen. Im Hintergrund liefen jetzt natürlich Abklärungen zwischen Arzt und Experten und ich wartete wie auf Nadeln auf einen Rückruf und eine Information.

Kurz vor Abflug – ich wartete immer noch am Gate – kam dann die Information aus dem Zentrallabor mit der negativen Nachricht, dass ich auch positiv sei.
Geschockt verliess ich schnellstmöglichst den Flughafen und fuhr enttäuscht wieder nach Hause, um mich 10 Tage in Isolation zu begeben.

Symptome bekam ich tatsächlich zwei Tage später auch und es ging mir auch fünf Tage lang ziemlich be****ssen. Jetzt gilt es für mich, mich bestmöglich zu erholen und sobald wieder möglich, mit leichter Bewegung wieder zu starten. Die Saison ist aber somit für mich leider gelaufen.

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Mit den olympischen Spielen und erstem Weltcup-Edelmetall, hielt die vergangene Saison einige Highlights bereit. Mit 37 Wettkämpfen zwischen Mitte November und Ende März bin ich so viele Rennen gelaufen wie noch nie.

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